Lebenslauf

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31.12.1885
geboren in Christfelde, Kreis Schwetz / West-Preußen; Sohn von Heinrich Boldt (1850 – 1922) und Therese Boldt (ca. 1856 – 1930), verw. Horst, geb. Martens. Auf Gutshof aufgewachsen. Drei Söhne: Bruno (1917 in Frankreich gefallen), Paul und ein als Kind gestorbener Bruder; Halbschwester Jenny (1876 – 1948)

2.3.1906
Reifeprüfung im Gymnasium von Schwetz

25.4.1906 – 1.3.1907
Immatrikulation für zwei Semester an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Angestrebter Beruf: Gymnasial-Lehrer

1907
Umzug der Familie auf Gutshof in Peterswalde (Pietrzwald) bei Heinrode (Mleczewo) im Kreis Stuhm (Sztum)

11.5.1907 – 5.9.1907
Immatrikulation für ein Semester an der Philipps-Universität Marburg a. d. L.

24.10.1907 – 9.1.1913
Immatrikulation in Berlin an der Friedrich-Wilhelm-Universität (heute Humboldt-Universität) für elf Semester, Studium der Germanistik, der Kunstgeschichte und der Geschichte, besuch von Fächern wie Philosophie, Klassische Philologie, Ethnologie, Soziologie, Astronomie, Parapsychologie; Zahl der Kurse nimmt im Verlauf des Studiums stetig ab. Letzte besuchte Veranstaltungen im SoSe 1912 fallen zeitlich mit der ersten VÖ eines Boldt-Gedichtes; ohne Examen exmatrikuliert.

1912
insgesamt 21 Gedichte erscheinen in diesem Jahr  in „Die Aktion“

28.1.1913
Erste Gedichtlesung im Berliner literarischen Cabaret „Gnu“ (Leitung: Kurt Hiller u. Ernst Blaß); nachfolgend auch Auftritte in Wolfensteins Cabaret „Die feindlichen Brüder“

1.3.1913
Auftritt beim 1. Autorenabend der „Aktion“ im Kunstsalon Paul Cassirer (Victoriastr. 35) zusammen mit Gottfried Benn, Alfred Lichtenstein, Richard Oehring, Erich Oesterheld, Franz Pfemfert, Hellmuth Wetzel und Alfred Wolfenstein.

17.5.1913
Auftritt beim 4. Autorenabend der Aktion im Vortrags-Saal „Austria“ (Potsdamer Str. 28) mit zusammen mit Rudolf Kayser, Alfred Wolfenstein, Rudolf Kurtz, Richard Oehring, Franz Pfemfert

1913
insgesamt 25 Gedichte erscheinen in diesem Jahr  in „Die Aktion“

Januar 1914
Veröffentlichung des Gedichtbandes „Junge Pferde! Junge Pferde!“ (44 Gedichte, davon 17 Erstveröffentlichungen)

7.3.1914
Auftritt beim 6. Autorenabend im Vortrags-Saal Austria mit Max Oppenheimer, Gottfried Benn, Carl Einstein, Richard Oering, Franz Pfemfert

1914
insgesamt 9 Gedichte erscheinen in diesem Jahr in „Die Aktion“

2.11.1915
Diensteintritt in die preußische Armee

1915
insgesamt 8 Gedichte erscheinen in diesem Jahr in „Die Aktion“

21.2. – 20.4.1916
Aufenthalt in Lazaretten, obwohl „er nicht im Felde gewesen“ ist.

21. / 22.2.1916
Eintrag ins Hauptkrankenbuch des Vereinslazaretts Berlin-Charlottenburg: „Verwirrungszustand“

24.2. – 20.4.1916
Eintrag im Hauptkrankenbuch des Garnisonslazaretts I  Berlin: „Akute Verstörtheit auf Grund neurasthenischer Psychopathie“

24.2. – 20.4.1916
– Aufnahmeschein des Garnisonslazaretts I Berlin,  Nervenstation:   „Zur   Beobachtung auf Nerven und Geisteskrankheiten – Krankheit: Nervenleiden“
– Entlassung aus der Armee? Fazit des Lazarettaufenthaltes:  „dauernd  garnison- und arbeitsverwendungsunfähig“

1916
insgesamt 2 Gedichte erscheinen in diesem Jahr  in „Die Aktion“

1917
– Boldts Bruder Bruno fällt in Frankreich
– insgesamt 2 Gedichte erscheinen in diesem Jahr  in „Die Aktion“

23.4.1918 – 13.8.1919
Immatrikulation in Berlin für Studiengang Medizin.

1918
– 2. Auflage des Gedichtbandes „Junge Pferde! Junge Pferde!“ erscheint.
– ein letztes Gedicht erscheint in diesem Jahr  in „Die Aktion“

25.9.1919
Immatrikulation in Freiburg  i. Br.

Winter 1920/21
Ärztliche Vorprüfung nach einer Wiederholung bestanden

1921 ?
erwägt Studienplatzwechsel nach Königsberg in Ostpreußen

7.3.1921
Einlieferung in die Chirurgische Klinik in Freiburg i. Br.
„Er [ließ] sich mit nur örtlicher Betäubung an einem Leistenbruch operieren. Er selbst soll dabei interessiert zugesehen haben. Die Operation verlief komplikationslos. An dem Tage jedoch, an welchem er wieder aufstehen durfte, soll er an einem Blutgerinsel im Herz gestorben sein.“ (Nickel 26.11.74)

16.3.1921
gestorben in Freiburg i. Br. an Embolie nach Leistenbruchoperation; überführt nach Westpreussen, beerdigt auf dem Friedhof von Stuhm

1922
Tod des Vaters Heinrich Boldt.
(Paul Boldts Mutter hatte alle ihre drei Söhne und nach dem Tod ihres ersten Ehemannes nun auch den zweiten verloren (Minaty 1976, 82))

März 1933
Nazis beschlagnahmen und vernichten große Teile des Pfemfert-Archivs, der Rest des Nachlasses ist auf einer Schiffs-Havarie 1955 verloren gegangen (Minaty 1976, 83)

1945
Der Koffer mit dem Nachlass Boldts geht bei der Flucht von Jenny Horst von Westpreußen nach Thüringen verloren.

1974
Einebnung des Friedhofs von Stuhm

 

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