Das Bad des Blinden

Irgendwo vergeht Berlin.
Da nimmt die Sonne seine Hände.
Die Linden bleiben grün um ihn –
Er riecht: im Winde duften Brände.

Blaßrosa, seine Lippen fühlen
Das kühle Schwarz des Flusses, Flusses,
Er schmeckt, wie die Vokale kühlen,
Und den nervösen See des Kusses.

Ein Mädchen, nackt, hat ihn geküßt
Und zieht ihn in die blauen Wellen.
Er zuckt und schreit, vom Licht durchsüßt:
Die Wellen! oh – die roten Wellen!

Erstveröffentlichung:
Die Aktion Bd. 5, Jg. 1915, Nr. 29/30 (24. Juli)